10 gute Gründe für Serious Games

Warum erzeugen Serious Games ein nachhaltiges Lernerlebnis?

 

Aktives Erforschen

Ein Sportler kann nicht einfach seine Muskeln von seinem Trainer kopieren – er muss sie selbst aktiv aufbauen, der Trainer kann den Prozess nur unterstützen. Dies ist auch die Basis des Konstruktivismus, einer lern-psychologischen Theorie, die beschreibt, wie wir neues Wissen aus Erlebtem erschaffen.

 

In Spielen erforschen die Spieler die Aktivität, statt sie nur passiv zu empfangen. Sie tätigen Entscheidungen und erfahren die Konsequenzen aus ihren Handlungen. Spieler probieren in einer sicheren Umgebung neue Herangehensweisen an realistisch dargestellte Probleme. Aus dieser Erfahrung entwickeln sie neue Ideen und Strategien zur Problemlösung.

 

 


 

 

“Flow” Erlebnis

Der Ungarische Psychologe Mihály Csíkszentmihályi gilt als der herausragendste Wissenschaftler auf dem Gebiet des Flow-Erlebens: “Wir sind am meisten engagiert, wenn wir in der Lage sind, die Herausforderung zu meistern”. Er beschreibt dieses als “Flow”, einen mentalen Zustand, in dem man völlig in eine Aktivität eintaucht. Wenn Herausforderung und persönliche Fähigkeiten nicht zusammen passen, wird uns die Aktivität entweder frustrieren oder langweilen. Wenn sie in der richtigen Balance sind, wird man fokussiert, man taucht in die Aktivität ein und die Zeit scheint zu rennen.

 

Spiele können eine perfekte “Flow” Erfahrung sein, denn sie erfüllen alle Anforderungen:

  • Eine Aufgabe, die die Fähigkeiten des Spielers herausfordert
  • klare Ziele
  • klares Feedback
  • die Möglichkeit, das Geschehen zu beeinflussen

Da Spiele nicht linar sind, können sie sich dem Spieler anpassen und erreichen so, dass die Herausforderung genau zu den Fähigkeiten des Spielers passt.

 

 


 

 

Motivation

Spieltechniken können Menschen motivieren, Zeit und Aufwand zur Erreichung von Zielen zu investieren. Teilweise durch das direkte Belohnungssystem im Spiel; doch die Motivation durch dieses externe Belohnungssystem ist eher gering. Entscheidender ist die innere Motivation, die innere Macht weiter zu gehen, auszuprobieren, Neues zu entdecken und freiwillig immer schwerere Aufgaben zu lösen.

 

Der Reiz von Spielen besteht nicht darin, dass sie einfach sind – nein, die Aufgaben müssen herausfordern.

Ein Beispiel: Ziel beim Golf ist es, den Ball in ein kleines Loch zu bekommen. Am einfachsten wäre es, den Ball zu nehmen, zum Loch zu gehen und ihn hineinzulegen. Um Spaß beim Golf zu haben muss man die Regeln akzeptieren, welche einen einschränken, das Ziel zu erreichen. Diese Regeln machen Golf (und viele andere Spiele auch) zu einem herausfordernden Spiel, welches motiviert, sich selbst zu verbessern und andere zu schlagen.

  • Spieler lieben es herausgefordert zu werden, Hindernisse zu überwinden und besser zu werden.
  • Spielentwickler sind gut darin, diese Prozesse in eine spannende Geschichte einzubinden.

 

 


 

 

Immersion (Eintauchen in das Spiel)

Immersion tritt ein, wenn der Spieler sich selbst in die Geschichte oder das Spiel einbringt. Es ist der Zustand, in dem der Spieler die kritische Distanz verliert und emotional beteiligt ist. Er fühlt, es ist sehr real, weiß aber, dass es nicht so ist.

 

Dieses Eintauchen ist der wichtige Unterschied zwischen Serious Games und e-learning, aber auch zur Simulationen. Der Spieler wird Teil des Spiels. Die Kraft der Spiele ist es, den Spieler in eine andere Welt zu versetzten, so dass er diese durch eine “Inside-Out-Perspektive” sieht und die Probleme aus dieser Perspektive löst. Der Lerneffekt wird viel stärker, wenn der Spieler emotional dabei ist.

 

Dadurch, dass der Spieler die kritische Distanz verliert, wird er sich natürlicher verhalten. Dies öffnet große Möglichkeiten für die Selbsteinschätzung und Reflexion, aber auch externe Einschätzung, z.B. bei Assessments.

 

 


 

 

Komplexität verstehen

Spiele und Simulationen können helfen, die Komplexität bestimmter Systeme besser zu verstehen. Innerhalb einer kurzen Zeit können verschiedene Strategien ausprobiert werden und deren Effekte beobachtet werden. Dies erzeugt ein Verständnis von Ursache und Wirkung.

 

In Spielen können auch die Rollen getauscht werden und so kann der Spieler die Konsequenzen der Handlung aus einer anderen Perspektive sehen und begreifen. Dies hilft, den Gesamtzusammenhang zu verstehen.

 

 


 

 

Langes Behalten, hohe Effizienz

Das folgende Confuzius Zitat ist alt, doch darf es nicht fehlen, wenn man über Serious Games spricht:

  • Sage es mir, und ich werde es vergessen.
  • Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten.
  • Lass es mich tun, und ich werde es können.

Menschen können Informationen besser behalten, wenn sie möglichst viele Sinne nutzen. Sie sollen lesen, hören und sehen und gleichzeitig emotional und interaktiv an dem Lernexperiment teilnehmen.

 

Auch moderne Studien (z.B. eine Accenture Studie von 2008) haben gezeigt, dass Simulationen und Spiele es nicht nur schaffen, dass die Informationen um 25-50% länger behalten werden, sondern auch, dass das Verstehen des Kontextes um 40-70% schneller vonstatten geht als bei traditionellen Präsenztrainings.

 

Hinzu kommt, dass Spiele zu jeder Zeit und an jedem Ort gespielt werden können. Sie ermöglichen es, große Gruppen von Trainees in intensiven und individuellen Lerneinheiten zu schulen.

 

 


 

 

Soziale Komponente

Menschen wollen miteinander kommunizieren. Spiele sind perfekt hierzu. Sie dienen als Katalysator für die Kommunikation, indem über die Geschichte diskutiert werden kann.

 

 

Es gibt zwei Ansätze:

 

  • Single User Games
    Der Spieler beschäftigt sich alleine mit dem Spiel und misst sich mit dem High Score der anderen User. Er wird das Spiel und die Lösungsmöglichkeiten aber auch mit anderen diskutieren. Dies kann on-line oder real passieren, z.B. in einem blended Learning. Die spannenden Geschichten eines Spiels können gut erzählt werden und regen damit (gewollt) zu Diskussionen an. Dies erhöht sehr stark die Nachhaltigkeit des Trainings.
  • Multi-Player Games
    Hier wird in Gruppen zusammen das Spiel gespielt. Die Spieler sind entweder zusammen an einem Ort oder spielen und kommunizieren on-line miteinander. Sie lernen voneinander Probleme zu lösen, finden zusammen neue Lösungsmöglichkeit, wechseln die Rollen.

 

 


 

 

Kontinuierliches Feedback

In Spielen können die Spieler frei die unterschiedlichen Lösungsstrategien ohne Risiko ausprobieren. Dabei gibt das Spiel auf unterschiedliche Weise kontinuierliches Feedback. Dies können Informationen aus der Spielwelt oder Reaktionen von anderen Spielfiguren sein. Oder auch ein Punktestand oder ein Bericht über die Leistung des Spielers.

 

Das Feedback ermöglicht es dem Spieler, die beste Strategie herauszufinden und den Punktestand zu verbessern. Dieses kurze und kontinuierliche Feedback erhöht die Lernkurve und wird durch wiederholtes Spielen immer weiter erhöht.

 

 


 

 

Digital Natives ansprechen

Die Generation der Digital Natives, also die, die nach 1980 geboren wurden und mit digitalen Medien aufgewachsen sind, werden ein immer größerer Teil der Arbeitnehmer. Von ihnen spielen laut einer Studie von BITCOM/ARIS knapp 70% Video- und Computerspiele.

 

Die jüngere Generation kann mit Serious Games zwar leichter angesprochen werden, doch auch die Arbeitnehmer über 30 Jahre sind sehr viel technik-affiner geworden. Man schaue sich nur die Verbreitung von Smartphones und Tablet PCs an.

Daher sind alle Zielgruppen denkbar, denn Serious Games haben nichts mit “Ballerspielen” gemeinsam, sie sind eher mit Strategiespielen und Wissensspielen vergleichbar, die alle Generationen spielen, sei es nun digital oder analog. Digitale Spiele können durch moderne Mediennutzung allerdings sehr viel realistischer und packender sein.

 

 


 

 

Employer Branding

Nicht zu unterschätzen ist auch der Imagegewinn durch Serious Games. Im Europäischen Ausland und in Amerika sind Serious Games bereits weit verbreitet und Forschungsinstitute sagen Serious Games auch für Deutschland eine steigende Bedeutung zu.

 

Nutzt ein Unternehmen bereits heute Serious Games, stellt es sich seinen Mitarbeitern, aber auch am Markt, als äußerst innovativ dar. In Zeiten des Fachkräftemangels zählen auch solche Maßnahmen, um Mitarbeiter an sein Unternehmen zu binden.

 

Besonders innovativ stellen Sie sich in der Öffentlichkeit dar, wenn Sie Serious Games für das Recruitment oder das Image-Marketing einsetzen. Die Medienwirkung ist enorm und wir erhalten regelmäßig Preise dafür.